Maly Nagl (1893-1977)

Amalie Wolfsecker, genannt Maly Nagl, zählt zu den bedeutendsten Wienerliedsängerinnen des 20. Jahrhunderts. Mit neun Jahren war sie - gemeinsam mit ihrer Schwester Mizzi schon auf der Bühne zu hören.

Am 6. März 1908 berichtet Peter Altenberg, der legendäre Kaffeehausliterat über einen Auftritt von Maly Nagel (*1893 †1977) im Kabarett "Fledermaus": [...] Ein Kunstwerkchen, ein allerliebstes, ist Amalia Nagel, die Fünfzehnjährige, als Dirndl in einem Alt-Linzerischen Kostüm mit Goldhaube, ein altösterreichisches Lied vortragend [...] Sie ist eigentlich das allerbeste, was es an "Wiener Sängerin" gibt. So jung sie ist, ist sie ein vornehmes Überbleibsel von vergangenen Zeiten, so 1850 ungefähr [...].

Später schrieben berühmte Wienerliedkomponisten wie Rudolf Kronegger und Karl Föderl für sie. Maly Nagl trat nur fallweise beim Heurigen auf - längst ein Star, bevorzugte sie Konzerte und Rundfunkaufnahmen. Mit dunkler, fast rauher Stimme sang sie Jodler und u.a. jene nostalgischen Wienerlieder, die ihr Ehemann Fritz Wolfsecker für sie geschrieben hatte: "I häng an meiner Weanastadt", "Geh langsam durch die alten Gassen", "I muaß alle Tag mei Weanaliad hör'n".

CDs:
Maly Nagl und ihre Lieder. Preiser Records, 1991

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