Zum Wienerlied

Das Wienerlied ist nun nicht nur ein musikalisches, sondern vor allem ein sozio-kulturelles Phänomen, das seinesgleichen sucht und in seiner eigentümlichen Beschaulichkeit seit mehr als 150 Jahren weit über Wien hinaus seine Hörer findet.

Das Wienerlied ist schlechthin das „Psychogramm“ der Wiener, eine musikalisch - literarische Selbstverklärung, wie der Literaturwissenschaftler Harry Zohn einmal meinte (1). Die Lieder verkündeten Lebensfreude und beklagten zugleich den Verfall, sie hätten etwas Zeitloses in ihrer selbstgefälligen Wienseligkeit und sie scheinen schon immer da gewesen zu sein. Der Tod hat ebenso seinen Platz im Wienerlied, wenn auch nicht annähernd so stark, wie immer behauptet wird. Eine große Anzahl von meist bekannten Autoren und Komponisten haben sich am Wienerlied versucht, deren Melodie und Text sich stets als genretypisch zu erkennen geben. Die beliebtesten Topoi sind Wiener Schauplätze, das sich „selbst bespiegelnde Wienerlied“ (2), der Wiener Dialekt, der Wein, das goldene Wienerherz, die gute alte Zeit. Im 19. Jahrhundert finden wir auch Texte von Theaterliedern, die humoristische, selbst- und sozialkritische Töne hervorbringen, letztendlich aber oft mit einem augenzwinkernden Verständnis für das besungene Sujet.

(1) Zohn, Harry: Das Wienerlied als Psychogramm einer Bevölkerung. In Literatur und Kritik. Österreichische Monatsschrift 24: 452-465, 1989, hier S. 452.
(2) ebd., hier S. 453.


Besonderes Kennzeichen

Ein besonderes Kennzeichen der Wienermusik ist die Vielfalt an chromatischen und harmonischen Wendungen. Beim Singen fallen die vielen Tempoänderungen auf: diese richten sich nach dem inhaltlichen Kontext und sind darauf ausgelegt, beim Zuhörer Spannung zu erzeugen. Vor allem vor dem Refrain wird eine theatralische Pause eingelegt um dann voller Innbrunst in den Kehrreim einzusteigen, der von den meisten Zuhörern („tutti“) mitgesungen wird. Das typische Wienerlied ist im 2/4 oder 3/4 Takt notiert und wird – wie oben beschrieben - in einem unnachahmlichen Rubato vorgetragen. Oft wird im selben Lied der Rhythmus gewechselt, nicht selten verbunden mit einem Tonartwechsel bei Einsetzen des Refrains. Bei diesen Charakteristika erstaunt es umso mehr, dass sich das Wienerlied nicht nur als Unterhaltungs- und Vortragskunst etabliert hat, sondern auch als „Volksgesang“, der bei vielen über das reine Refrainsingen hinausgeht.

Schätzungsweise gibt es zwischen 60- bis 70.000 Wienerlieder, von denen heutige Wiener Musiker einige hundert im Repertoire haben dürften. Dabei darf nicht vergessen werden, dass sich auch das alpenländische Lied im 19. Jahrhundert in Wien großer Beliebtheit erfreute und es nicht wenige Wienerlieder gibt, die ähnlich einfache musikalische Merkmale aufweisen. Sie sind eine kulturelle Hinterlassenschaft der Tiroler Nationalsänger und anderer alpenländischer Formationen, die ab 1820 quer durch Europa reisten und auch in Wien durchschlagenden Erfolg hatten. So hat sich auch hier der Jodler behaupten können und ist als so genannter Salonjodler oder -dudler in vielen Wienerliedern zu finden. Trude Mally (1928-2009), die letzte Dudlerin der alten Generation, hatte noch eine Reihe derartiger Lieder in ihrem Repertoire, heute pflegen vor allem die Wienerliedsänger(innen) Agnes Palmisano (*1974) und Rudi Koschelu (*1953) das Liedgut der Wiener Dudler.


Entwicklung und Geschichte

Unter den vielen Wienerlied–Autoren sind einige für die Entwicklung und der Geschichte des Wienerlieds besonders bedeutsam gewesen. Der Wiener Musiker, Komponist und Dichter Roland Neuwirth schreibt etwa über Rudolf Kronegger (1875-1929), einem der wichtigsten Wienlied-Komponisten: “Falls man die authentische Wiener Volksmusikalität schon rettungslos verloren glaubt, erweist sich der Komponist Kronegger als erfreuliches Beispiel ungebrochener Ursprünglichkeit. Seine Stücke bestehen aus kraftvollen Melodien und ungekünstelter, echter Sprache: zauberisch die Walzerlieder (So a echtes Weaner Tanzerl), natürlich elegant seine Märsche (Mir san vom Brillantengrund, Jetzt wird’s gemüatlich!. Er hatte nur einen kurzen Seitenblick für die Moden seiner Zeitgenossen übrig und schöpfte seine Eingebungen aus dem Reservoir der alten Tanz-Kompositionen, in ähnlicher Anmut wie etwa die genialen Märsche Alexander Katzenbergers.“ (3)

Zu Franz Paul Fiebrich (1879-1935), einem weiteren, auch heute noch gerne gesungenen und verehrten Wienerliedkomponisten meint derselbe Neuwirth: „Ließen schon seine Vorgänger an Sentimentalität nichts zu wünschen übrig, so war er darin geradezu apokalyptisch, und zwar im Wort wie auch in der Musik. Doch die Rechtfertigung folgt auf dem Fuß: Spielt man ihn, ohne sich tonlich von seinem schnulzenhaften Duktus verleiten zu lassen, dann erfährt man Fiebrichs innige Hingabe zur ausgeklügelten Stimmführung. Er treibt es ein wenig weit mit der Suche nach den Herzenstönen und stößt dabei an die Grenzen des noch natürlichen Empfindens. Für ihn – und seine vielen Anhänger der älteren Semester – sind diese Töne gerade gut genug, für uns Nachgeborene bleibt er unrettbar in seiner Zeit gefangen. Fiebrichs Lieder sind sicher schön (zum Beispiel `s Weanaliad, Dem Herrgott sei Masterstuck), bilden aber einen Abschluß. (4)

Ab der Jahrhundertwende bis 1938 brachten vor allem jüdische Komponisten und dem Kabarett nahestehende Textdichter frischen Wind in das Genre des Wienerliedes, das sich durch Wortwitz, Hochsprache und veränderter Instrumentierung auszeichnete. Als Begleitinstrument wurde zunehmend das bürgerliche Klavier von den Komponisten eingesetzt, die auch als Interpreten auftraten wie z.B. Hermann Leopoldi. Andere Textautoren und Komponisten waren u.a. Fritz Rotter, Peter Herz, Fritz Grünbaum, Armin Berg, Ralph Benatzky, Robert Stolz und Fritz Löhner-Beda. Mit dem Nationalsozialismus verschwand jene erfrischende Wendung, das Wienerlied fand zurück in den „Mir san mir“ Topos.

Nach 1945 wird wieder, wie schon um die Jahrhundertwende, ein wehmütiger Blick auf die gute alte (undefinierbare) Zeit geworfen, als noch alles in Ordnung war. So wie Carl Lorens um 1890 keine lustigen Texte mehr schrieb, sondern den Untergang des Volkssängertums und des Wienerliedes beklagte und die Grundtugenden des gemütlichen Wieners hervorkehrte (und zwar nicht mehr ironisch), versuchte man nach 1945, Aktuelles oder gar Politisches im Lied zu verdrängen. Einige Ausnahmen waren etwa Herman Leopoldi (1888-1959) mit Liedern wie "Ich brauch an Ziegelstein" [1946] oder Peter Wehles (1914-1986) "Steh auf liebes Wien" [1946].

Ein hervorragendes Medium für die Verbreitung dieser Lieder und auch eben jener Stimmung wurde die Schallplatte und der Film. Die Volkssänger-Pawlatschen in den Gasthäusern und die fast tägliche Verbreitung aktueller Liedtexte gehörten nun der Vergangenheit an. Die sentimentale Rückschau in das vergangene Wien, die fast schon groteske Verherrlichung des Weins und des Trinkens und das (sich selbst besingende) Wienerlied scheinen aus heutiger Sicht die Grundmuster des Nachkriegs-Wienerliedes gewesen zu sein. Komponisten dieser Zeit waren unter anderen Hans Lang (1908-1992), Fritz Wolferl (1899-1974) oder Josef Fiedler (1898-1970), Textautoren u.a. Erich Meder (1897-1966), Josef Kaderka (1910-1993) oder Albin Ronnert (1894-1970).

(3) Neuwirth, Roland Josef Leopold, Hg.: Das Wienerlied. Herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Roland Joseph Neuwirth. Wien: Paul Zolnay Verlag 1999, hier S. 48.
(4) ebd., hier S. 47.


Kabarett

Nach dem Krieg etablierte sich erneut eine Kabarettszene; die satirischen Lieder von Gerhard Bronner, Georg Kreisler und Peter Wehle trafen den Nerv des Wieners. Helmut Qualtinger schockte 1961 die Wiener mit seiner Darstellung des Grantlers und feigen Opportunisten Herrn Karl, der in die Abgründe der österreichischen Seele blicken ließ. In den Jahren davor machte Qualtinger bereits von sich reden als Interpret Bronnerscher Satire-Schlager wie Der g’schupfte Ferdl (1952) oder Krügerl vor’m G’sicht (1960); diese „Wienerlieder“ gelangten zwar zur Berühmtheit, spendeten dem goldenen Wienerherz jedoch keinen Seelentrost, sondern erschütterten es eher in seinen Grundüberzeugungen (5):

[...] Wien is’ a Weltstadt, das G’schäft geht wie g’schmiert
Und jeder Sechste ist motorisiert.
Mit dem Auto fahrst, wo ein grean’s Kranzerl dir winkt (6)
Ein vernünftiges, zünftiges Weanerliad klingt,
Dort wohnt sogar noch heut’
Echte Gemütlichkeit
Wie in der Backhendlzeit.
Aber das Backhendl schmeckt nicht allein
Daß’s besser runterrutscht, braucht ma’ an Wein
Und nach dem sechsten Glas
Draht si’ die Welt im Kraas
Und wer uns zuaschaut, sagt: „ Die zwaa san klass!“

Refrain:
A Krügerl, a Glaserl, a Stamperl, a Tröpferl
Da werd’n uns’re Äugerln gleich feucht
Da warmt si’ des Herzerl,
Da draht si mei Köpferl,
Die Fußerln wird’n luftig und leicht
Dann muaß i der Musi’ an Hunderter reib’n,
I bin in mein’ Himmel – und dann geh’ i speib’n (7)
[...] aus: Krügel vorm G’sicht (1960)

Auch wenn der Text des Abstinenzlers Bronner sich speziell auf die Alkoholprobleme des Helmut Qualtinger bezog, ist er doch in seiner zynischen Aussagekraft ein Totalangriff gegen jene zahllosen Wienerlieder, die den Genuss von Wein als Grundpfeiler der Gemütlichkeit ansehen und damit ununterbrochen kokettieren:

Wo man trinkt, da laß Dich ruhig nieder!
(Text: Carl Maria Haslbrunner, Musik: Karl Fassl), 1948

Mein Doktor ist ein feiner Mann,
der weiß schon, was sich g’hört
Zur G’sundheit schreibt er mir nur vor,
was meinen G’schmack nicht stört.
Ist mir einmal recht schlecht,
bin ich schon reif für’s Krankenhaus,
sagt er: Probier’n Sie’s doch vorher
und fahr’n S’ nach Grinzing ‚naus!
Schaun’S nur die Hauer und die fetten Rebläus’ an,
wie riegelsam und unverwüstlich frisch und g’sund dö san!

Refrain:
Wo man trinkt, da laß dich ruhig nieder,
denn der Alkohol veredelt das Gemüt,
bring dir Heiterkeit und kräftigt deine Glieder,
zaubert Frühling dir und Liebe ins Geblüt.
Wer immer nur das fade Wasser leppert,
der wird schön langsam aber sicher deppert,
und deppert san ma net und woll’n es auch nicht werd’n.
Drum san ma unbedingt für’n Wein bei uns in Wean!
[...] (8)

(5) Bronner, Gerhard: Meine Jahre mit Qualtinger. Anekdoten, Texte und Erinnerungen. Wien: Amalthea Signum Verlag 2003, hier S. 240.
(6) Der grüne Kranz ist bei einem Heurigen angebracht, wenn er geöffnet („ausgesteckt“) hat.
(7) D.h.: sich übergeben. Volksausgabe bei A-Tempo Verlag 1948.
(8) Karl Hodina (*1935), Harmonika, Gesang, Texte und Komposition


Neuerlicher Aufschwung

Mit den Komponisten, Textdichtern und Musikern Karl Hodina und Roland Leopold Neuwirth (9) erfuhr das Wienerlied in den 1970er Jahren einen neuerlichen Aufschwung. Auch Eberhard Kummer, Konzertsänger und Harfenist, trug mit seinen Rundfunkeinspielungen ab 1973 wesentlich dazu bei, die ältere Wiener Volksmusik wieder populär zu machen.

Karl Hodina, eigentlich Jazzmusiker und Maler, Vertreter des phantastischen Realismus, begann um 1970, die „Wiener Lieder und Tänze“ von Eduard Kremser (10) wieder zu entdecken. Mit Auftritten, Schallplattenaufnahmen und eigenen jazz- und bluesinspirierten Kompositionen und Liedtexten gewann Hodina sehr schnell eine große Fangemeinde, die seinen speziellen Zugang zum Wienerlied bis heute sehr schätzt. Sein Wienerlied "Herrgott aus Sta" (1962) ist so populär, dass es bereits als Volkslied bezeichnet werden kann. Die wienerischen Chansons "I liassert Kirschen für di wachsen ohne Kern" oder "s’Vogerl am Bam" gehören ebenfalls dazu.

Auch Roland Neuwirth begann sich ab 1974 für die Wiener Volksmusik zu interessieren. Seine stark rocklastigen Konzerte wurden anfangs empört abgelehnt, erst Mitte der 1980er- Jahre reduzierte er seine „Extremschrammeln“ von einer Rockband auf ein richtiges Schrammelquartett und erweiterte sein Repertoire auch auf die Interpretation von alten Wiener Tänzen. Hauptsächlich schreibt er jedoch eigene Werke und Lieder. Textlich greift Neuwirth auf den Wortwitz der Stehgreifbühne des 19. Jahrhunderts zurück, besonders ausgeprägt und meisterhaft im Dialekt, politisch und gesellschaftlich immer wieder aktuell. Musikalisch fühlt er sich dem Blues verpflichtet. Trotz beharrlicher Verweigerung der alten Wienseligkeit ist Neuwirth nicht nur bei den Jüngeren beliebt, das Singen im Dialekt ist für viele Ältere ein wichtiger Faktor. (11)

Neuere Komponisten, Autoren und Gruppen des 21. Jahrhundert, wie etwa das Kollegium Kalksburg, die Neuen Wiener Concert Schrammeln, die Strottern oder Peter Ahorner bringen erfreulich frischen Wind in das Genre.

(9) Roland Neuwirth (*1950), Kontragitarre, Gesang, Texte und Komposition.
(10) Eduard Kremser (1838-1914) war Chormeister des Wiener Männergesangsvereins und gab die heute noch beliebten dreibändigen „Kremser“ Alben ab 1912 im Auftrag der Stadt Wien heraus.
(11) Vgl. Neuwirth, Roland Josef Leopold, Hg.: Das Wienerlied. Herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Roland Joseph Neuwirth. Wien: Paul Zolnay Verlag 1999.
Ders.: Geschrammelte Werke. Die 33 extrem Besten für Gesang, Klavier und Gitarre. Von den Originalaufnahmen transkribiert und arrangiert von Michael Radanovics. Wien: Doblinger 2003.


Zur Wiener Instrumentalmusik

Das Instrumentarium des typischen Schrammelensembles - chromatische Knöpflharmonika (bzw. anfänglich die kleine G- Klarinette), Kontragitarre, und 2 Violinen – ist erst in den 1880er Jahren in Wien populär geworden. In dieser Besetzung haben auch schon früher Ensembles gespielt, wie etwa die Brüder Butschetty, aber es war das Quartett der Gebrüder Schrammel (12), Dänzer und Strohmeyer, die jener kammermusikalischen Form ab 1884 zum ewigen Ruhm verholfen haben. Es wurde weit über Wien hinaus berühmt, der Freigeist Rudolf von Habsburg gehörte zu den Bewunderern der erstklassigen Geiger Johann und Josef Schrammel, mit ihnen begann die Ära der „Schrammelquartette“. Sie traten nicht in Konzertsälen auf, sondern beim Heurigen und in Gasthäusern.

Das Tanz-Repertoire des Schrammelensembles, die „Alt Wiener Tanz“ erinnern rein musikalisch stark an den Ländler, die langsamen Tanzweisen sind aber eher zum Zuhören geeignet (13). Sie leben wie das Wienerlied von der Larmoyanz des verzögerten Walzer-Rhythmus, den theatralischen Pausen und Tempoveränderungen. Eine Besonderheit der „wienerischen“ Geige ist das „Schnofeln“ („sul ponticello“), d.h. der Bogen wird ganz nahe am Steg gestrichen und erzeugt dabei einen fast wimmernden Ton.

Zur Herkunft der Schrammelmusik meinte Johann Schrammel selbst (14): „In den [18]20er Jahren waren in Wien kleine Musik-Capellen, meist 2 Personen, Zither und Violine, auch 2 Violinen und Bassgeige, sogenannte Linzergeiger unterwegs [...]. Diese Linzergeiger [die in Wien zahlreiche Nachahmer fanden], producirten sich Abends in Wirthshäusern und da fanden sich auch Mädchen ein, welche mit erstaunlicher Virtuosität tanzten [...] Pamer veredelte diese Musik und nannte sie Deutsche. Strauss und Lanner brachten einen anderen Rhythmus, nämlich, dass der Bass das erste Viertel anschlägt, und das zweite und dritte Viertel von der Begleitung besorgt wird“ (15). Hier wird von der Geburt des stilisierten Wiener Walzers gesprochen, der bis heute herausragendes und populäres Element der Wiener Kunstmusik ist (16). Aus der etwas sperrigen Bassgeige entwickelte sich die Wiener Kontragitarre mit einem Korpus und zwei Hälsen, deren endgültige Form und Saitenanzahl (zwischen 13-15) der Wiener Instrumentenbauer Johann Gottfried Scherzer um 1860 prägte. (17)

Susanne Schedtler, Wien 2008

(12) Johann Schrammel (1850-1893), Josef Schrammel (1852-1895)
(13) Noch heute wird ein langsamer Landler im Innviertel „Weise“ oder im Traunviertel „Arie“ genannt, was in Wien als „Tanz“ bezeichnet wird. Mit „die“ Tanz bezeichnen die Wiener im ursprünglichen Sinn allgemein die (oberösterreichischen) Landler, vgl. dazu auch Flotzinger, Rudolf und Gruber, Gernot (Ede.): Musikgeschichte Österreichs. Vom Barock zum Vormärz. Bd.2. Wien: Böhlau Verlag, hier S. 338-344.
(14) Johann (Hanns) Schrammel im Vorwort seiner 1888 publizierten Sammlung „Alte österreichische Volksmelodien“. Schrammel, Johann, Hg.: Alte österreichische Volksmelodien. Wien 1888.
(15) Michael Pamer ( 1782-1827), Johann Strauß Vater (1804-1849), Joseph Lanner (1801- 1843). Alle drei Komponisten kamen aus dem Milieu der Wiener Gast- und Kaffeehausmusiker, „deren Klänge zweifellos auch für Franz Schubert von Bedeutung waren“ Flotzinger, Rudolf und Gruber, Gernot (Ede.): Musikgeschichte Österreichs. Vom Barock zum Vormärz . Bd. 2. Wien: Böhlau Verlag
(16) Vgl. ebd: S. 309, S. 342 zum Wiener Walzer.
(17) Vgl. Kopschar, Reinhard: Die Kontragitarre in Wien. Diplomarbeit aus dem Fachbereich „Musikalische Volkskunde“ (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien). Wien: Unveröff. Manuskript, Wiener Volksliedwerk 2001 und Ders.: Die Wiener Kontragitarre. In Bockkeller 9 (2): 4-6; 2003.